Zwei Zahlen bestimmen, wie lange das Geld noch reicht

In Gesprächen mit Kapitalgebern kommt die Frage früh und beiläufig: Wie lange reicht das Geld noch? Wer darauf mit einer Spanne antwortet oder das Datum des letzten Kontostands nennt, hat die Antwort schon gegeben. Wer eine Zahl nennt, eine Untergrenze und den Monat, in dem sie erreicht wird, führt das Gespräch weiter.

Dahinter stehen zwei Größen, die sich in einer Tabellenkalkulation abbilden lassen: der Bruttoverbrauch eines Monats und der Nettoverbrauch nach allen Einzahlungen. Aus dem zweiten Wert und dem Kassenbestand ergibt sich die Restlaufzeit. Alles andere ist Interpretation.

Der folgende Weg beschreibt, wie beide Zahlen entstehen, welche Posten regelmäßig falsch einsortiert werden und ab welchem Restwert eine Finanzierung angestoßen gehört. Steuerliche und rechtliche Einzelfragen bleiben dabei Sache der Steuerberatung; dieser Text ist weder Steuer- noch Anlageberatung.

Die wichtigsten Größen auf einen Blick

  • Gross Burn: alle zahlungswirksamen Abflüsse eines Monats, ohne jede Verrechnung.
  • Net Burn: Abflüsse minus tatsächliche Zahlungseingänge desselben Monats.
  • Restlaufzeit: verfügbarer Kassenbestand geteilt durch den durchschnittlichen Nettoverbrauch, gerechnet über drei Monate.
  • Datenquelle: der Kontoauszug, nicht die Gewinn- und Verlustrechnung.
  • Faustregel für den Start eines Finanzierungsprozesses: bei zwölf Monaten Restlaufzeit beginnen, spätestens bei neun.
  • Aufwand: nach dem einmaligen Aufbau etwa zwanzig Minuten pro Monat.

Warum die Zahl aus der Buchhaltung nicht reicht

Die Gewinn- und Verlustrechnung beantwortet eine andere Frage. Sie ordnet Erträge und Aufwendungen dem Zeitraum zu, zu dem sie wirtschaftlich gehören, unabhängig davon, wann Geld fließt. Für die Restlaufzeit zählt genau das Gegenteil.

Drei Abweichungen sind dabei entscheidend. Abschreibungen mindern den Gewinn, kosten aber kein Geld mehr, weil die Zahlung längst erfolgt ist. Investitionen mindern den Gewinn kaum, kosten aber sofort den vollen Betrag. Und eine Rechnung an einen Kunden erhöht den Umsatz am Tag der Ausstellung, den Kontostand jedoch erst nach Ablauf des Zahlungsziels, manchmal deutlich später.

Deshalb entsteht die Zahl aus dem Kontoauszug. Wie sich zahlungswirksame Größen von Ergebnisgrößen unterscheiden, ist im Überblicksartikel zum Cashflow systematisch beschrieben.

Was in den Kassenbestand gehört und was nicht

In den Bestand gehört, was heute verfügbar ist: Guthaben auf allen Geschäftskonten, Bargeld, Guthaben bei Zahlungsdienstleistern. Fremdwährungsguthaben werden zum aktuellen Kurs umgerechnet und getrennt ausgewiesen, damit Kursbewegungen nicht als Verbrauch erscheinen.

Nicht in den Bestand gehören eine nicht ausgeschöpfte Kreditlinie, zugesagte, aber noch nicht ausgezahlte Fördermittel und angekündigte Beteiligungen ohne unterschriebenen Vertrag. Sie werden als eigene Zeile geführt, weil sie die Restlaufzeit verlängern können, aber erst ab dem Tag der Gutschrift.

Ein Sonderfall sind Beträge, die wirtschaftlich nicht dem Unternehmen gehören: Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen, Kautionen, eingenommene Umsatzsteuer. Sie stehen auf dem Konto und sind trotzdem verplant. Wer sie mitzählt, rechnet sich zwei bis drei Monate zu viel.

Gross Burn: der gesamte Abfluss eines Monats

Der Bruttoverbrauch ist die Summe aller Abflüsse eines Monats: Löhne und Gehälter samt Arbeitgeberanteilen, Miete, Software, Wareneinsatz, Dienstleister, Versicherungen, Zinsen, Tilgungen, Steuerzahlungen, Investitionen. Nichts wird verrechnet, nichts geglättet.

Diese Zahl beantwortet die unangenehme Frage, wie hoch die Kostenbasis wirklich ist, unabhängig davon, wie gut ein einzelner Monat im Vertrieb lief. Sie ist die Größe, die bei einem Umsatzeinbruch stehen bleibt.

Praktisch entsteht sie in wenigen Minuten, wenn die Buchhaltung sauber geführt wird: Summe der Abgänge über alle Konten, bereinigt um Umbuchungen zwischen eigenen Konten. Diese Bereinigung wird oft vergessen und bläht den Wert künstlich auf.

Eine zweite Frage lohnt sich bei jeder Position dieser Summe: Wäre der Betrag in vier Wochen abstellbar, wenn es sein müsste? Miete, Personal und laufende Verträge sind es nicht, Projektbudgets, Werbeausgaben und Beratungsleistungen meistens schon. Diese Aufteilung in fest und beweglich kostet einmal eine Stunde und ist später die Grundlage jeder Sparrechnung.

Net Burn: was nach den Einzahlungen übrig bleibt

Der Nettoverbrauch zieht die tatsächlichen Zahlungseingänge des Monats ab. Bleibt ein negativer Wert, verdient das Unternehmen in diesem Monat mehr Geld, als es ausgibt, und die Restlaufzeit ist keine begrenzte Größe mehr.

Die Betonung liegt auf tatsächlich. Ein Monat mit hohem Auftragseingang und ohne Zahlungseingang ist für diese Rechnung ein schlechter Monat. Genau deshalb gehört die durchschnittliche Dauer bis zum Zahlungseingang zu den Kennzahlen, die neben dem Verbrauch stehen sollten.

Einzahlungen aus Finanzierungen zählen hier nicht mit. Ein ausgezahltes Darlehen oder eine Beteiligung erhöht den Bestand, sie ist aber kein operativer Zufluss. Wer sie in den Nettoverbrauch einrechnet, erzeugt eine Zahl, die im Folgemonat zusammenbricht.

Runway berechnen in acht Schritten

Der Aufbau kostet einen Vormittag, die monatliche Pflege danach kaum zwanzig Minuten. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:

  1. Bestände festhalten. Alle Konten zum Monatsersten und Monatsletzten, jeweils mit Datum. Kreditlinien in einer eigenen Zeile.
  2. Abflüsse erfassen. Sämtliche Abgänge des Monats aus den Kontoauszügen, ohne Umbuchungen zwischen eigenen Konten.
  3. Posten markieren. Jede Zeile als laufend oder einmalig kennzeichnen. Jahresrechnungen, Boni, Steuernachzahlungen und Investitionen sind einmalig.
  4. Zuflüsse erfassen. Zahlungseingänge aus dem operativen Geschäft, getrennt von Finanzierungszuflüssen und Zuschüssen.
  5. Beide Größen rechnen. Bruttoverbrauch als Summe der Abflüsse, Nettoverbrauch als Differenz zu den operativen Zuflüssen.
  6. Durchschnitt bilden. Gleitender Mittelwert über drei Monate für die laufenden Posten, einmalige Posten separat in den Monat ihrer Fälligkeit.
  7. Restlaufzeit ableiten. Verfügbarer Bestand geteilt durch den durchschnittlichen Nettoverbrauch, zusätzlich der Monat, in dem eine definierte Untergrenze unterschritten wird.
  8. Termin setzen. Ein fester Tag im Monat, an dem die Tabelle fortgeschrieben und die Zahl im Team benannt wird.

Ein Beispiel mit runden Zahlen: 380.000 Euro verfügbar, durchschnittlicher Nettoverbrauch 42.000 Euro. Das ergibt gut neun Monate. Wird eine Untergrenze von 60.000 Euro für Abwicklungskosten festgelegt, bleiben rechnerisch etwa siebeneinhalb. Die zweite Zahl ist die ehrlichere.

Die Tabellenstruktur, die dafür reicht

Aufgeschlagenes Notizbuch mit handschriftlichen Zahlen und ein Taschenrechner daneben

Eine Zeile je Monat, eine Spalte je Größe, zwölf Monate rückwärts und zwölf vorwärts. Mehr braucht es nicht, und mehr wird ohnehin nicht gepflegt.

Spalte Was hineingehört Quelle Häufiger Fehler
Anfangsbestand Summe aller Konten und Kassen am Monatsersten Kontoauszug freie Kreditlinie mitgezählt
Zuflüsse operativ tatsächliche Zahlungseingänge von Kunden Kontoauszug Rechnungsausgang statt Zahlungseingang
Zuflüsse Finanzierung Darlehen, Beteiligungen, Zuschüsse Vertrag und Kontoauszug mit operativen Zuflüssen vermischt
Abflüsse laufend Personal, Miete, Software, Wareneinsatz, Zinsen Kontoauszug Abschreibungen mitgerechnet
Abflüsse einmalig Jahresrechnungen, Steuern, Boni, Investitionen Kontoauszug und Planung im Durchschnitt versteckt
Nettoverbrauch Abflüsse abzüglich operativer Zuflüsse Rechnung mit dem Verlust aus der Buchhaltung verwechselt
Restlaufzeit verfügbarer Bestand geteilt durch Nettoverbrauch Rechnung mit dem besten Monat gerechnet

Die Zeile Endbestand wird nicht getippt, sondern gerechnet, und danach mit dem Kontoauszug abgeglichen. Weicht sie ab, fehlt eine Buchung. Dieser Abgleich ist der eigentliche Qualitätstest der Tabelle.

Einmaleffekte glätten, ohne sie zu verstecken

Jahresbeiträge für Versicherungen, Softwarelizenzen mit Jahresrechnung, Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, Steuernachzahlungen, Beitragsnachforderungen nach einer Prüfung: Solche Posten erzeugen Monate, die aus der Reihe fallen. Wer sie im Durchschnitt auflöst, verliert die Fälligkeit aus dem Blick.

Der saubere Weg führt über zwei Zeilen. Die laufenden Kosten werden geglättet, die einmaligen Posten stehen namentlich in dem Monat, in dem sie abfließen. So bleibt der Durchschnitt aussagekräftig, und im Planungsteil ist trotzdem sichtbar, dass im März das Doppelte fällig wird.

Für die Umsatzsteuer gilt eine eigene Logik. Sie ist wirtschaftlich ein durchlaufender Posten, verlässt das Konto aber zu festen Terminen. Eine Dauerfristverlängerung kann die Fälligkeit verschieben; ob sie sinnvoll ist und welche Voraussetzungen gelten, klärt die Steuerberatung.

Personalkosten sind höher als die Gehaltsliste

Der größte Block ist meist das Personal, und er wird fast immer zu niedrig angesetzt. Auf das Bruttogehalt kommen die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, grob in der Größenordnung eines Fünftels, dazu Umlagen, Beiträge zur Berufsgenossenschaft und je nach Vertrag betriebliche Altersvorsorge.

Dazu kommen Posten, die nicht in der Lohnabrechnung stehen: Arbeitsplatz, Geräte, Lizenzen pro Kopf, Reisekosten, Schulungen. In der Planung neuer Stellen fehlt außerdem regelmäßig der Zeitpunkt. Eine Einstellung zum ersten Quartal kostet im Jahr das Vierfache einer Einstellung zum vierten.

Wer wachsen will, sollte die geplanten Einstellungen deshalb mit Startdatum in die Tabelle schreiben, nicht als Jahressumme. Sonst stimmt die Restlaufzeit für den aktuellen Stand und für keinen Monat danach.

Drei Szenarien statt einer Zahl

Eine einzelne Restlaufzeit suggeriert eine Genauigkeit, die es nicht gibt. Belastbarer sind drei Rechnungen mit derselben Struktur: ein Fall ohne neue Abschlüsse und ohne neue Kosten, ein Planfall mit den beschlossenen Einstellungen und dem erwarteten Umsatz, und ein Sparfall, in dem alles Verschiebbare verschoben wird.

Der dritte Fall ist der wichtigste, weil er die Frage beantwortet, wie viel Zeit sich im Ernstfall kaufen lässt. Wer weiß, dass er durch Verzicht auf zwei Einstellungen und drei Projekte vier Monate gewinnt, entscheidet ruhiger als jemand, der diese Rechnung erst im Ernstfall aufmacht.

Alle drei Fälle stehen nebeneinander in derselben Tabelle, mit denselben Formeln und unterschiedlichen Annahmen. Getrennte Dateien führen nach zwei Monaten zu drei verschiedenen Wahrheiten.

Die Anschlussfrage: reicht das Geld bis zur Tragfähigkeit?

Die Restlaufzeit allein sagt nichts darüber, ob ein Unternehmen aus eigener Kraft aus der Verlustzone kommt. Dafür braucht es eine zweite Rechnung: Wächst der Deckungsbeitrag schnell genug, um die Kostenbasis vor dem Ende des Bestands einzuholen?

Die Prüfung ist unangenehm einfach. Man verlängert die Entwicklung der letzten sechs Monate ohne Anpassung nach vorn, hält die Kosten konstant und schaut, in welchem Monat sich beide Linien schneiden. Liegt dieser Monat vor dem Ende der Restlaufzeit, ist das Unternehmen aus eigener Kraft tragfähig. Liegt er dahinter, hängt alles an einer Finanzierung.

Diese Unterscheidung verändert die Gespräche mit Kapitalgebern spürbar. Wer belegen kann, dass er auch ohne frisches Geld überlebt und nur schneller wachsen möchte, verhandelt aus einer anderen Position als jemand, dessen Fortbestand vom Abschluss abhängt.

Ab welchem Restwert eine Finanzierung angestoßen wird

Sanduhr aus Glas mit rieselndem Sand auf einer hellen Tischplatte vor neutralem Hintergrund

Eine Beteiligungsrunde dauert von der ersten Ansprache bis zur Auszahlung in der Regel mehrere Monate, häufig ein halbes Jahr und länger, bei Bankfinanzierungen und Förderkrediten kommt die Bearbeitungszeit der beteiligten Stellen hinzu. Diese Vorlaufzeit bestimmt den Startpunkt.

Als Faustregel gilt: Der Prozess beginnt bei zwölf Monaten Restlaufzeit, spätestens bei neun. Unter sechs Monaten kippt die Verhandlungsposition, weil jeder Gegenüber erkennt, dass ein Abschluss erzwungen ist. Unter drei Monaten geht es nicht mehr um Konditionen, sondern um Überbrückung.

Für die Zwischenzeit gibt es eigene Instrumente. Ein Wandeldarlehen als Finanzierungsbrücke überbrückt die Lücke bis zur nächsten Runde, ohne die Bewertung sofort festzulegen. Wer stattdessen ohne externes Kapital plant, findet die Gegenrechnung im Text zu Wachstum aus eigener Kraft.

Was den Runway kurzfristig verlängert

Die schnellsten Hebel liegen nicht bei den Kosten, sondern bei den Zahlungsströmen. Verkürzte Zahlungsziele, Abschlagszahlungen bei längeren Projekten, konsequentes Mahnwesen und der Verzicht auf Vorleistungen ohne Anzahlung wirken innerhalb weniger Wochen.

Auf der Ausgabenseite lassen sich Jahreszahlungen in monatliche umstellen, Investitionen verschieben und Verträge mit Kündigungsfristen zum nächstmöglichen Termin beenden. Bei Steuervorauszahlungen besteht die Möglichkeit, eine Anpassung an das voraussichtliche Ergebnis zu beantragen; das läuft über die Steuerberatung und braucht Zahlen.

Was nicht funktioniert, ist der stille Zahlungsaufschub gegenüber Lieferanten und Sozialversicherungsträgern. Er verlängert die Restlaufzeit optisch und erzeugt Verbindlichkeiten, die zu einem schlechteren Zeitpunkt fällig werden, mit rechtlichen Folgen, die weit über die Liquidität hinausgehen.

Die häufigsten Rechenfehler

Vier Fehler tauchen in nahezu jeder ersten Version auf. Der erste ist die Kreditlinie im Bestand. Der zweite ist der Durchschnitt aus zwei guten Monaten, gebildet zu einem Zeitpunkt, an dem gerade keine Jahresrechnungen fällig waren.

Der dritte Fehler ist die Verwechslung von Umsatz und Zahlungseingang. Gerade bei Geschäftskunden mit langen Zahlungszielen entsteht daraus eine Restlaufzeit, die um Monate zu lang ist. Der vierte ist die vergessene Umsatzsteuer auf hohe Eingangszahlungen, die kurz darauf abgeführt wird.

Ein fünfter Punkt betrifft nicht die Rechnung, sondern ihre Verwendung: Eine Zahl, die nur die Geschäftsführung kennt, ändert kein Verhalten. Wer eine Finanzierungsrunde vorbereitet, sollte ohnehin damit rechnen, dass genau diese Tabelle geprüft wird; im Text zum Aufbau eines Pitch Decks steht sie nicht ohne Grund weit vorn.

Wer die Zahl pflegt, und wann sie besprochen wird

Die Pflege gehört zu einer Person mit Zugriff auf die Konten, in kleinen Teams meist zur Geschäftsführung, sobald eine kaufmännische Rolle existiert dorthin. Die Buchhaltung liefert zu, verantwortet aber nicht die Planungsannahmen.

Ein fester Termin schlägt jede Erinnerung: derselbe Wochentag nach Abschluss des Vormonats, zwanzig Minuten, drei Zahlen. Bestand, Nettoverbrauch, Restlaufzeit. Wenn sich die Restlaufzeit gegenüber dem Vormonat um mehr als einen Monat verkürzt, wird der Grund benannt, nicht kommentiert.

Wer regelmäßig an Kapitalgeber berichtet, nimmt dieselben drei Zahlen in den monatlichen Bericht auf. Das schafft Vertrauen, weil der Empfänger die Entwicklung selbst nachvollziehen kann, statt sie im Krisenfall zum ersten Mal zu sehen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Gross Burn und Net Burn?

Der Bruttoverbrauch umfasst alle Abflüsse eines Monats. Der Nettoverbrauch zieht die operativen Zahlungseingänge ab. Für die Restlaufzeit zählt der Nettowert, für die Einschätzung der Kostenbasis der Bruttowert.

Über wie viele Monate soll ich mitteln?

Drei Monate sind der übliche Kompromiss. Ein Monat schwankt zu stark, sechs Monate reagieren zu träge auf Veränderungen. Einmalige Posten bleiben in jedem Fall außerhalb des Durchschnitts.

Zählt eine zugesagte Förderung zum Bestand?

Erst mit der Gutschrift. Bis dahin steht sie in einer eigenen Zeile mit dem erwarteten Auszahlungsmonat. Bescheide können sich verzögern, und die Restlaufzeit richtet sich nach dem, was heute verfügbar ist.

Wie oft muss die Zahl aktualisiert werden?

Monatlich reicht, solange die Restlaufzeit über zwölf Monaten liegt. Darunter lohnt der wöchentliche Blick auf den Bestand, weil einzelne Zahlungseingänge dann das Bild spürbar verändern.

Was gehört in den Bericht an Kapitalgeber?

Bestand, Nettoverbrauch, Restlaufzeit und die Abweichung zum Vormonat. Wer schlechte Entwicklungen früh berichtet, verhandelt später besser, weil er nicht erklären muss, warum die Zahl bisher fehlte. Was Kapitalgeber sonst noch erwarten, beschreibt der Text über private Investoren und ihre Rolle.

Ist eine negative Restlaufzeit überhaupt möglich?

Rechnerisch nicht, praktisch schon: Wenn fällige Verbindlichkeiten den Bestand übersteigen, ist die Frage keine kaufmännische mehr. Ab diesem Punkt gelten gesetzliche Pflichten für die Geschäftsführung, und der Weg führt unverzüglich in eine rechtliche Beratung.

Der Wert dieser Rechnung liegt nicht in der Präzision. Er liegt darin, dass ein Team einen Monat kennt, auf den es hinarbeitet, und dass niemand im Nachhinein sagen muss, es habe die Zahl nicht gegeben.

kathrin-mertens


Kathrin Mertens beschäftigt sich mit Beteiligungsrunden, Förderinstrumenten und dem, was in Verträgen zwischen den Zeilen steht. Sie erklärt Klauseln, statt sie zu bewerten, und benennt, wo eine Steuer- oder Rechtsberatung unverzichtbar wird. Kapital ist für sie ein Werkzeug, kein Erfolgsnachweis.