Banken wollen Sicherheiten sehen, kein Wachstumsnarrativ

Der Termin dauert vierzig Minuten. Vorgetragen wird ein Markt, der sich verzehnfacht, eine Nutzerkurve, die nach oben zeigt, und ein Team mit Erfahrung. Die Rückfrage lautet: Wie hoch ist die monatliche Belastung nach Steuern, und woraus wird sie bedient, wenn die Kurve zwei Quartale flach bleibt?

An dieser Stelle enden viele erste Bankgespräche, und zwar nicht aus Böswilligkeit. Eine Bank verdient an Zinsen, nicht an Anteilen. Sie hat keinen Anteil an einem guten Ausgang und trägt den gesamten Schaden bei einem schlechten. Diese Asymmetrie erklärt ihre Fragen vollständig.

Der Beitrag ordnet, wie eine Kreditentscheidung zustande kommt, welche Unterlagen zuerst gelesen werden, was als Sicherheit gilt und wie eine persönliche Bürgschaft wirkt. Dazu die Vorbereitung auf den ersten Termin und das, was nach einer Absage noch offensteht. Vertragliche und steuerliche Einzelfragen gehören in eine entsprechende Beratung.

Was auf dem Tisch liegen muss

  • Zahlenteil: Jahresabschlüsse oder Einnahmenüberschussrechnung, aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung, Summen- und Saldenliste.
  • Planung: Umsatz-, Ertrags- und Liquiditätsplanung, mit Herleitung statt Zielzahl.
  • Vorhaben: wofür das Geld verwendet wird, und was danach vorhanden ist.
  • Kapitaldienst: was monatlich für Zins und Tilgung übrig bleibt.
  • Sicherheiten: was verwertbar ist, und mit welchem Ansatz.
  • Person: Vermögensaufstellung, Schufa-Lage, bisherige Kreditverläufe.
  • Reihenfolge: Unterlagen vor dem Termin einreichen, nicht im Termin verteilen.

Warum die Kreditentscheidung anders funktioniert als eine Beteiligung

Ein Beteiligungsgeber rechnet mit einem Portfolio. Von zwanzig Beteiligungen dürfen viele scheitern, solange eine sehr groß wird. Deshalb interessiert ihn die obere Hälfte der möglichen Entwicklungen, und deshalb wirkt ein Wachstumsnarrativ dort.

Eine Bank hat diese obere Hälfte nicht. Ihr bestmögliches Ergebnis ist die vollständige Rückzahlung samt Zinsen, mehr kommt nicht. Ihr schlechtestes Ergebnis ist der Totalverlust der ausgereichten Summe. Wer so aufgestellt ist, prüft die untere Hälfte der Entwicklungen und nicht die obere.

Daraus folgt die gesamte Gesprächsführung. Interessant ist, was passiert, wenn es nicht läuft: welche Kosten dann noch anfallen, welche sich abstellen lassen, wie lange die Reserve trägt und was am Ende verwertet werden kann. Wer darauf keine Antwort hat, hat die Frage nicht verstanden.

Das entwertet die Wachstumsgeschichte nicht, es verschiebt sie nur an eine andere Stelle. Sie erklärt, warum das Vorhaben sinnvoll ist. Die Entscheidung fällt daneben, in der Rechnung. Wie unterschiedlich die Logiken sind, zeigt auch der Vergleich mit dem Beitrag über Wachstum ohne externes Kapital.

Bankkredit Startup: die Unterlagen, die zuerst geprüft werden

Gelesen wird nicht in der Reihenfolge, in der eingereicht wird. Zuerst kommen die belegten Vergangenheitszahlen, dann die Person, dann die Planung, dann das Vorhaben. Der Vorgang beginnt also genau umgekehrt zur Reihenfolge einer Präsentation.

Bei jungen Unternehmen fehlt der erste Block ganz oder teilweise, und das ist die eigentliche Schwierigkeit. Ohne Historie fällt das Gewicht auf Person, Sicherheiten und Plausibilität der Planung, und diese drei tragen weniger als drei Jahresabschlüsse.

Praktisch heißt das: Alles, was Historie ersetzen kann, gehört auf den Tisch. Bestehende Verträge mit Laufzeit, wiederkehrende Umsätze, Auftragsbestände, langjährige Kundenbeziehungen aus einer früheren Tätigkeit, belegbare Qualifikation. Jede dieser Angaben verkleinert die Lücke.

Wichtig ist außerdem die Form. Eine Auswertung, die nicht aus der Buchhaltung stammt, sondern in einer Tabelle nachgebaut wurde, erzeugt Rückfragen. Wer die Zahlen aus dem System exportiert und unverändert einreicht, spart eine Runde.

Die Kennzahlen hinter der Entscheidung

Vier Größen tauchen in nahezu jeder Prüfung auf. Die erste ist die Eigenkapitalquote, also der Anteil der Eigenmittel an der Bilanzsumme. Sie beschreibt, wie viel Verlust ein Unternehmen aushält, bevor es überschuldet ist.

Die zweite ist die Kapitaldienstfähigkeit: Was bleibt vom operativen Ergebnis nach Steuern und notwendigen Investitionen für Zins und Tilgung übrig, und wie viel Luft liegt zwischen diesem Betrag und der geplanten Rate. Eine Rate, die genau aufgeht, gilt als nicht tragfähig.

Die dritte ist die Entwicklung des Working Capital, also der Mittel, die in Vorräten und offenen Forderungen gebunden sind. Ein wachsendes Unternehmen bindet hier zunehmend Geld, und genau dieser Effekt bringt profitable Betriebe in Zahlungsschwierigkeiten.

Die vierte ist die Kontoführung. Rücklastschriften, dauerhaft ausgereizte Kontokorrentlinien und unregelmäßige Eingänge wirken stärker als jede Präsentation, weil sie beobachtetes Verhalten sind und keine Absichtserklärung. Eine Einordnung des Begriffsfelds bietet der Überblick zur Kreditwürdigkeit.

Sicherheiten: was zählt und was nicht

Eine schwere Tresortür aus Stahl mit Drehrad und Riegeln in einem Kellerraum
Beyond My Ken / BY-SA 4.0

Als Sicherheit taugt, was sich im Ernstfall zu einem einigermaßen vorhersehbaren Betrag verwerten lässt. Grundpfandrechte auf Immobilien stehen deshalb an erster Stelle, danach kommen Maschinen mit Gebrauchtmarkt, Fahrzeuge, Warenlager, abgetretene Forderungen und Guthaben.

Nicht als Sicherheit taugt der größte Teil dessen, was ein junges Unternehmen wertvoll macht: Software ohne eigenständigen Markt, Marke, Kundenbeziehungen, Datenbestand, eingespieltes Team. Diese Positionen erklären den Ertrag, sie lassen sich aber nicht in eine Verwertung überführen.

Zudem wird nicht der Anschaffungswert angesetzt, sondern ein Abschlag darauf, der je nach Art des Gegenstands erheblich ausfällt. Wer mit dem Kaufpreis einer Maschine rechnet, plant an der Wirklichkeit vorbei. Der anzusetzende Wert wird im Gespräch erfragt, nicht geschätzt.

Fehlen Sicherheiten vollständig, bleiben zwei Wege: eine Bürgschaft von dritter Seite oder ein Förderweg, bei dem ein Teil des Risikos vom Kreditgeber genommen wird. Beides ändert die Rechnung, nicht die Prüfung. Grundlagen dazu bietet der Artikel zur Kreditsicherheit.

Die persönliche Bürgschaft und ihre Folgen

Bei kleinen und jungen Unternehmen wird regelmäßig eine persönliche Bürgschaft der Geschäftsführung verlangt. Damit wird die Haftungstrennung, die die Rechtsform herstellt, für diesen Kredit wieder aufgehoben.

Die Wirkung wird häufig unterschätzt. Eine Bürgschaft erfasst das Privatvermögen und wirkt über das Ende der Gesellschaft hinaus. Sie ist keine Formalie und kein symbolischer Vertrauensbeweis, sondern eine eigenständige Verpflichtung mit eigenem Umfang.

Verhandelbar sind in der Praxis Umfang, Höhe und Dauer: eine Begrenzung auf einen Betrag statt einer unbeschränkten Haftung, eine Befristung, eine Reduzierung mit fortschreitender Tilgung, eine Aufteilung bei mehreren Gesellschaftern. Ob und wie das im Einzelfall geht, hängt vom Vertragstext ab.

Vor der Unterschrift gehört dieser Text in eine rechtliche Prüfung, und zwar in eine eigene, nicht in die des Kreditgebers. Das ist der eine Punkt in diesem Verfahren, an dem gesparte Beratungskosten regelmäßig sehr teuer werden.

Das Rating und was hineinfließt

Banken verdichten ihre Prüfung zu einer Kennziffer, die den Preis und die Möglichkeit des Kredits bestimmt. Sie entsteht aus zwei Blöcken: harten Zahlen aus den Abschlüssen und weichen Faktoren aus der Einschätzung des Kundenbetreuers.

Die weichen Faktoren werden unterschätzt. Dazu zählen Qualität und Pünktlichkeit der eingereichten Unterlagen, die Nachvollziehbarkeit der Planung, die Nachfolgeregelung, die Abhängigkeit von einzelnen Kunden und der Umgang mit schlechten Nachrichten.

Der letzte Punkt ist der wichtigste über die Jahre. Wer ein schwaches Quartal von sich aus meldet und erklärt, verbessert seine Einschätzung; wer es verschweigt und im nächsten Abschluss vor die Tatsache stellt, verschlechtert sie dauerhaft. Wie Betriebe schwierige Phasen belegbar überstehen, behandelt der Beitrag über Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten.

Die Einschätzung wird zudem laufend fortgeschrieben, nicht nur beim Antrag. Wer Unterlagen erst nach mehrfacher Erinnerung einreicht, sammelt über Jahre eine Bewertung an, die beim nächsten Bedarf bereits feststeht. Ein fester Termin im Kalender, an dem die aktuellen Zahlen unaufgefordert übermittelt werden, kostet eine Stunde im Quartal und ist die billigste Maßnahme in diesem gesamten Verfahren.

Der Kapitaldienst und die Frage nach der Tilgung

Die Rate besteht aus Zins und Tilgung, und der Tilgungsanteil ist der, der aus versteuertem Gewinn kommt. Diese Unterscheidung fehlt in vielen Planungen, weshalb Rechnungen mit knapper Marge im ersten Jahr auffliegen.

Die Laufzeit richtet sich an der Nutzungsdauer aus. Ein Fahrzeug wird nicht über zehn Jahre finanziert, eine Halle nicht über drei. Wer eine kurze Laufzeit wählt, um Zinsen zu sparen, erzeugt eine Rate, die den laufenden Betrieb erdrückt.

Tilgungsfreie Anlaufzeiten sind in vielen Programmen vorgesehen und ändern die Anfangsphase erheblich. Sie kosten insgesamt mehr Zinsen und verschaffen dem Vorhaben die Monate, in denen es noch nichts abwirft. Diese Frage gehört ausdrücklich auf die Liste für das Gespräch.

Was das Wachstumsnarrativ an dieser Stelle wert ist

Es hat einen Platz, nur einen kleineren. Die Geschichte erklärt, warum der Markt existiert, warum das Angebot dorthin passt und warum ausgerechnet dieses Team es umsetzt. Ohne diesen Rahmen bleiben die Zahlen unverständlich.

Sie ersetzt aber keine Zahl. Ein Satz wie ein sich verzehnfachender Markt ist im Kreditgespräch ohne Wirkung, weil er das Ausfallrisiko nicht senkt. Wirkung hat dagegen ein unterschriebener Rahmenvertrag über achtzehn Monate, weil er einen Teil der Zukunft belegt.

Als Faustregel für den Termin: Jede Aussage über die Zukunft braucht entweder einen Beleg oder eine offene Kennzeichnung als Annahme, samt der Angabe, was passiert, wenn sie nicht eintritt. Wer so vorträgt, wirkt nicht kleiner, sondern belastbarer.

Eine praktische Übung dazu: Die eigene Planung wird einmal mit halbiertem Umsatzwachstum und um ein Quartal verschobenem Zahlungseingang gerechnet. Fällt der Kapitaldienst in dieser Fassung immer noch aus dem operativen Ergebnis, ist die Antwort auf die entscheidende Frage bereits fertig. Fällt er nicht, kennt man die Lücke vor dem Termin und nicht darin.

Die Vorbereitung auf das erste Bankgespräch

Ausgedruckte Tabellen mit Zahlenspalten liegen aufgefächert neben einem Taschenrechner

Sieben Schritte, in dieser Reihenfolge, decken die Vorbereitung ab.

  1. Bedarf beziffern. Betrag, Verwendung und Zeitpunkt, aufgeteilt nach Investition und Betriebsmitteln.
  2. Eigenanteil klären. Was aus eigenen Mitteln kommt und woher, denn ohne Eigenanteil wird selten entschieden.
  3. Unterlagen zusammenstellen. Vollständig, aktuell, aus dem System exportiert, in einer Datei mit Inhaltsverzeichnis.
  4. Planung rechnen. Drei Szenarien, davon eines mit ausbleibendem Wachstum, jeweils mit Kapitaldienst.
  5. Sicherheiten auflisten. Gegenstand, Alter, Zustand, Vorbelastung, Einschätzung des Werts.
  6. Termin vorbereiten. Unterlagen einige Tage vorher schicken, mit einer Seite Zusammenfassung obenauf.
  7. Fragen mitbringen. Zu Laufzeit, tilgungsfreier Zeit, Fördervarianten, Sondertilgung und Nebenkosten.

Der sechste Punkt entscheidet über den Verlauf. Wer die Unterlagen vorab schickt, führt ein Gespräch über Inhalte; wer sie mitbringt, führt eines über Formalien und bekommt einen zweiten Termin.

Bank und Beteiligungsgeber nebeneinander

Merkmal Bankkredit Beteiligung
Vergütung des Gebers Zins Anteil am Wertzuwachs
Blickrichtung schlechter Verlauf bester Verlauf
Entscheidend Kapitaldienst und Sicherheiten Marktgröße und Team
Wirkung auf die Anteile keine Verwässerung
Laufende Pflichten Zahlen einreichen, Rate bedienen Berichte, Gremien, Zustimmungen
Persönliches Risiko oft Bürgschaft in der Regel keines
Dauer bis zur Entscheidung Wochen Monate

Die vorletzte Zeile wird beim Vergleich meist übersehen. Ein Kredit lässt die Eigentumsverhältnisse unberührt und greift dafür ins Privatvermögen; eine Beteiligung schont das Privatvermögen und kostet Anteile. Was das für die Verteilung bedeutet, zeigt der Beitrag über die Anteilsverteilung im Cap Table.

Was nach dem Termin geschieht

Der Kundenbetreuer im Gespräch entscheidet in aller Regel nicht allein. Er bereitet den Vorgang auf und gibt ihn an eine Stelle weiter, die den Antrag ohne persönlichen Eindruck prüft, nur anhand der Unterlagen und der Aufbereitung.

Diese Trennung erklärt eine häufige Enttäuschung. Ein Gespräch kann freundlich verlaufen und trotzdem in einer Absage enden, weil die zweite Stelle andere Fragen stellt. Sie erklärt ebenso, warum die Qualität der schriftlichen Unterlagen wichtiger ist als der Auftritt im Termin.

Wer den Vorgang unterstützen will, liefert deshalb eine Zusammenfassung mit, die auch ohne Anwesenheit funktioniert: eine Seite mit Vorhaben, Betrag, Verwendung, Kapitaldienst und Sicherheiten. Diese Seite wandert unverändert weiter und ist häufig das Einzige, was mehrfach gelesen wird.

Zur Dauer lässt sich wenig Allgemeines sagen; sie hängt von Institut, Betrag und Vollständigkeit ab. Verlässlich ist nur, dass Nachforderungen die Bearbeitung jeweils um eine Runde verlängern, und dass drei Nachforderungen aus einer Entscheidung von zwei Wochen eine von zwei Monaten machen.

Warum Anträge abgelehnt werden

Der häufigste Grund ist der nicht darstellbare Kapitaldienst. Die Planung zeigt Gewinn, aber nach Steuern, Investitionen und Entnahmen bleibt zu wenig für die Rate. Das ist eine Rechenfrage und vorher erkennbar.

Der zweite Grund sind fehlende oder zu gering bewertete Sicherheiten in Verbindung mit fehlender Historie. Hier hilft kein besserer Vortrag, sondern ein anderer Weg: Bürgschaft, Förderprogramm, kleinerer Betrag, Leasing statt Kauf.

Der dritte Grund liegt in der Person. Negative Einträge, laufende Verfahren, frühere Zahlungsstörungen. Diese Punkte werden ohnehin gefunden und gehören deshalb von selbst angesprochen, mit Erklärung und aktuellem Stand.

Der vierte Grund ist Unvollständigkeit. Anträge, die dreimal nachgefordert werden müssen, verlieren an Priorität und werden am Ende mit einer formalen Begründung geschlossen, obwohl das Vorhaben tragfähig gewesen wäre.

Was nach einer Absage möglich ist

Zuerst die Frage nach dem tatsächlichen Grund, schriftlich. Eine Absage aus Sicherheitengründen verlangt eine andere Reaktion als eine wegen des Kapitaldienstes, und ohne den Grund arbeitet man ins Leere.

Danach kommen drei Wege in Betracht: derselbe Antrag mit zusätzlicher Absicherung, ein kleinerer Betrag mit engerem Verwendungszweck, oder ein anderes Institut mit anderem Schwerpunkt. Genossenschaftsbanken, Sparkassen und Direktbanken bewerten kleine Vorhaben unterschiedlich.

Sinnvoll ist außerdem, den Bedarf aufzuteilen. Ein Vorhaben, das als eine große Summe abgelehnt wird, lässt sich häufig in eine Investitionsfinanzierung mit klarer Sicherheit und eine kleinere Betriebsmittellinie zerlegen. Andere Wege beschreibt der Beitrag über Darlehen mit Wandlungsrecht.

Häufige Fragen

Wie früh sollte man die Bank ansprechen?

Bevor Geld gebraucht wird. Ein Konto, regelmäßig eingereichte Zahlen und ein kurzes Jahresgespräch schaffen die Grundlage, auf der ein späterer Antrag überhaupt bewertet werden kann. Wer erstmalig im Bedarfsfall erscheint, beginnt bei null.

Zählt ein Businessplan noch etwas?

Der Textteil wenig, der Zahlenteil viel. Gelesen werden Planung, Herleitung und Annahmen. Die dreißig Seiten Marktbeschreibung werden überflogen, die vier Seiten Zahlen mehrfach gelesen.

Ist ein Kontokorrentkredit eine Alternative?

Für kurzfristige Schwankungen ja, für Investitionen nein. Eine dauerhaft ausgeschöpfte Linie ist zudem eines der Signale, die eine spätere Prüfung negativ beeinflussen.

Was bringt es, mehrere Banken parallel anzufragen?

Vergleichbarkeit, wenn die Anfrage identisch ist. Sinnvoll sind zwei bis drei Institute mit demselben Unterlagenpaket. Bei sehr vielen parallelen Anfragen entsteht allerdings ein Bild von Verzweiflung, das nicht hilft.

Wie wirkt eine Förderzusage auf das Gespräch?

Positiv, weil ein Teil des Risikos anders verteilt wird und weil das Vorhaben bereits eine externe Prüfung durchlaufen hat. Einen Überblick über die öffentliche Seite gibt der Beitrag über Fördermittel für Gründungen.

Muss man die Bürgschaft akzeptieren?

Nein, sie ist Verhandlungssache, und die Ablehnung kann den Kredit kosten. Wer verhandelt, verhandelt über Höhe, Dauer und Reduzierung, nicht über das Ob. Die Bewertung des konkreten Textes gehört in eine rechtliche Beratung.

Das Gespräch entscheidet sich an der Frage, was bei ausbleibendem Wachstum passiert. Wer darauf mit einer gerechneten Antwort kommt, wird als Kreditnehmer eingeordnet. Wer darauf mit der Marktgröße antwortet, hat das falsche Institut betreten.

kathrin-mertens


Kathrin Mertens beschäftigt sich mit Beteiligungsrunden, Förderinstrumenten und dem, was in Verträgen zwischen den Zeilen steht. Sie erklärt Klauseln, statt sie zu bewerten, und benennt, wo eine Steuer- oder Rechtsberatung unverzichtbar wird. Kapital ist für sie ein Werkzeug, kein Erfolgsnachweis.